Der Historienfilm Leb wohl, meine Königin! beruht auf dem gleichnamigen Roman der Autorin Chantal Thomas, deren Forschungsschwerpunkt die Geschichte des 18. Jahrhundert ist. Die Historikerin hat sich nach der Veröffentlichung von zahlreichen Aufsätzen und Fachbüchern bewusst an eine fiktive Form gewagt hat, um ohne den Druck lückenloser Belegbarkeit einen zusätzlichen Blickwinkel zu ermöglichen.

Handlung / Inhaltsangabe

Leb Wohl, meine Königin!

Marie-Antoinette wird von Diane Kruger gespielt, die auch die Rolle der „Helena“ in Wolfgang Petersens Filmdrama „Troja“ (mit Brad Pitt als „Achilles“ und Orlando Bloom als „Paris“) spielte.
Sie porträtiert Marie-Antoinette als sinnlich und hedonistisch und es gibt Andeutungen, dass ihre Gefühle für Sidonie und für die Herzogin Polignac (Virginie Ledoyen) nicht nur platonischer Natur sind (sieh auch Liebessprüche). Der letztere Tatbestand ist eine schwierige Prüfung für Sidonies Loyalität gegenüber der Königin.

Die Rolle der Vorleserin / Kammerzofe Sidonie Laborde, und deren Sichtweise der Geschehnisse stellt der Film in den Mittelpunkt, wird von Léa Seydoux gespielt, die auch die Rolle der Madeleine Swann in „Spectre“, dem jüngsten James Bond (2015), übernahm.
Sie liefert eine glanzvolle Leistung als ergebene Dienerin der Königin, und vermittelt den Hauch eines Geheimnisses, darüber wer sie wirklich ist, auf eine Weise, die ihr reizvolles Auftreten nur noch verstärket.

Der Film hat somit eine andere Perspektive als „Marie Antoinette“ (2006), der das von Sophia Coppola in Bild und Ton gebrannte Leben der österreichischen Erzherzogin und französischen Königin (Kirsten Dunst) von allen Seiten beleuchtete (basierend auf der Biographie von Antonia Fraser).

Kritik / Review

Kurz und schmerzlos

Dieser Film ist eine wunderbare Studie von dem, was in den letzten Tagen des Französischen Königshauses in Versailles vor sich ging. Großartig produziert, geschnitten, und fotografiert beschreibt er den starken Kontrast zwischen der Dekadenz der Oberschicht, und ihrer Verachtung für die in Armut lebenden unteren Klassen des einfachen Volkes. Es ist ein eleganter und intelligenter Kostümfilm, voller differenzierter Schichten, die manchmal nur angedeutet werden, und beim ersten sehen nicht immer wahrgenommen werden.

Bewertung

Der Film erschien im Dezember 2012 auf DVD, und erhält bei Amazon gemischte Kritiken mit einem Durchschnittswert von 3,1 (von maximal 5 Sternen; 24 Bewertungen; Stand September 2016). Allerdings ist auffällig das der Film genauso viele 5 Sterne wie 1 Sterne Bewertungen erhält. Das Rating bei IMDB beträgt 6,3/10 mit insgesamt 6000 Bewertungen.
Der Film wurde bisher einmal im deutschsprachigem Fernsehen gezeigt, und zwar am 12.06.2015 um 00:15 vom Schweizer Sender SF1.

Leb wohl, meine Königin!

Der offizielle Trailer

Schauplatz ist eine der größten Palastanlagen Europas, das Schloss Versailles (etwa 22km vom Stadtzentrums Paris entfernt), im Juli 1789. Am Hof König Ludwigs XVI., geht der Adel seinem hedonistischen Lebenswandel nach und ignoriert weitestgehend, dass sich Frankreich am Vorabend der Revolution befindet.
Erst nach dem „Sturm auf die Bastille“ schmiedet die höfische Gesellschaft Fluchtpläne für den Ernstfall. Sidonie Laborde aber, die treu ergebene Vorleserin der Königin Marie Antoinette, will die drohende Gefahr nicht akzeptieren, und klammert sich an ihre gewohnten Pflichten. Sie ahnt nicht, dass dies die letzten drei Tage sein werden, die sie an der Seite ihrer geliebten Königin verbringen wird.

Hintergründe

Ein paar Details & Anekdoten

César 2013 für die Beste Kamera, die Besten Kostüme und das Beste Szenenbild; sieben weitere Nominierungen (u. a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Léa Seydoux))

In diesem Film spricht Diane Kruger Französisch mit einem deutschen / österreichischen Akzent. Dies entspricht ohne Zweifel einer Aussprache, die der in Österreich geborenen Marie Antoinette zu Eigen gewesen sein dürfte.

Zitate

Die besten Zitate aus dem Film "Leb wohl, meine Königin!"

Szene: Als die Königin ihrer Vorleserin den Auftrag gibt, mit einer Kutsche in die Schweiz zu fliehen. Allerdings soll sie sich als die Herzogin Madame Gabrielle de Polignac verkleiden (während selbige und ihr Ehemann sich als Zofe und Diener ausgeben) um das Leben der Adeligen zu schützen, falls sie das Pech haben sollten, angehalten zu werden.

Sidonie Laborde: "Und inwieweit, eure Majestät, wünschen sie mich als Köder zu benutzen?"
Marie Antoinette: "Was für hässliche Worte aus so einem schönen Mund!"
Sidonie Laborde: "Ich habe nur die Worte als Verbündete und ich weiß sie zu nutzen."

Schluss-Szene; Epilog: die Kutsche rollt immer tiefer in den dunklen Wald und verschwindet schließlich hinter einer Biegung.

Sidonie Laborde: "Mein Name ist Sidonie Laborde, ich bin Waise, habe keinen Vater und keine Mutter. Ich war die Vorleserin der Königin. Ich habe die Königin geliebt. Doch Versailles ist schon so weit weg, bald werde ich niemand mehr sein."

Literatur

Bücher die im Film vorkommen

Grabrede für Maria Theresia

Originaltitel: „Oraison funèbre de Marie Thérèse“ (1683), von Jacques Bénigne Bossuet (* 1627 in Dijon; † 1704 in Paris) einem französischen Bischof und Autor der den Franzosen als Klassiker unter ihren Kanzelrednern gilt.

Felice

Originaltitel: „Félicie“ (1757), ein Bühnenstück des Dramatikers und Romanciers Pierre Carlet de Marivaux, auch Pierre de Chamblain de Marivaux (* 1688 in Paris; † ebenda) einem der bedeutendsten französischen Literaten der Frühaufklärung und des Rokoko. Siehe auch sein Theaterstück „Das Spiel von Liebe und Zufall“ aus dem Jahr 1730; das 2013 von Valérie Donzelli verfilmt wurde.

Das Wörterbuch der berühmten Hunde

Unbekannter Originaltitel und Verfasser.

Die Prinzessin von Clèves

Originaltitel: „La Princesse de Clèves“, auch bekannt als "Die Prinzessin von Cleve", ist ein historischer Roman der Schriftstellerin Marie-Madeleine de La Fayette, der 1678 in Paris anonym veröffentlicht wurde.

Die Bekenntnisse

Originaltitel: „Les Confessions“ ist eine Autobiographie von Jean Jacques Rousseau, die erst posthum publiziert wurden (also nach seinem Tod im Jahr 1778). Darin schildert er auch intime Details aus seinem Leben sowie eigene Verfehlungen.

Die Geschichte des Himmels

Originaltitel: „Histoire du ciel“ (1739) von Noël-Antoine Pluche (1688 - 1761), auch als „Abbé Pluche“ bekannt, war ein französischer Priester. Er ist für seine Schrift „Spectacle de la nature“ bekannt, ein sehr beliebtes Werk der Naturgeschichte.

Filmkritiken

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